Pressebericht

Pressebericht zum 2. Energiestammtisch 2026

Von links: Johann Kölbl Fachbeirat von LAG Chiemgauer Seenplatte, Josef Winkler 360grad mensch gGmbH, Karl-Fritz Roll Energiestammtisch, Silvia Rachl Vorstand Bürgerverein Chieming

Klimaschutz – aber wie?
Wie kann ich meine persönliche CO2 Bilanz beeinflussen?

Im Zuge des Projektes „Bürgerengagement – Klimaschutz für Jedermann“ veranstaltete der Energiestammtisch Chieming zusammen mit dem Bürgerverein am 27.2.26 einen Vortrag mit dem Gastreferenten Josef Winkler, selbst Gründer und Geschäftsführer der 360grad mensch gGmbH. Diese Vortragsreihe wird im Zuge eines LEADER Projektes von der LAG Chiemgauer Seenplatte gefördert. Zu Gast war auch Herr Johann Kölbl, LEADER Koordinator am ALEF Rosenheim und Fachbeirat der LAG Chiemgauer Seenplatte (vgl. Foto). Silvia Rachl, Vorstand vom Bürgerverein und Karl-Fritz Roll, Initiator und Moderator des Energiestammtischs, konnten sich über das voll besetzte Hopfenstüberl des Chiemseer Wirtshauses freuen.

Im Zentrum steht der Mensch. Der Mensch braucht die Erde, nicht die Erde den Menschen, so Winkler!

Der CO2Ausstoß ist in den letzten ca. 70 Jahren stark und exponentiell angestiegen! Winkler zitiert Barak Obama (2015):  „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und wir sind die letzte, die etwas dagegen tun kann.“ 

Höchste Zeit, dass etwas passiert. Jetzt wäre sicherlich bei der Dramatik der Situation der falsche Weg, den Kopf in den Sand zu stecken und sich zu fragen, was Deutschland da schon bewirken? Sehr viel! Josef Winkler hat in einer Grafik die Treibhausgasentwicklung pro Einwohner umgerechnet – danach steht Deutschland als Verursacher im Ländervergleich sehr weit vorne! Wenn man weiß, wo die Hauptstellhebel sind, kann jeder Einzelne auch in seinem täglichen Leben einiges bewirken, so Winkler.

Er analysierte die jährlichen Treibhausgasemissionen der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands: ca. 10 t CO2-Äquiv. pro Person. Dabei tragen nach seinen Berechnungen Mobilität (30%) und Wohnen (31%) insgesamt zu über 60% bei, gefolgt von Ernährung mit 14%.  Bei der Mobilität und einer durchschnittlichen jährliche Fahrtstrecke mit PKW von ca. 12.000 km pro Person schlagen die Emissionen der Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Erdgas) bei privaten Fahrzeugen ca. 4 mal höher zu Buche als die Emissionen, die mit der Herstellung des Fahrzeugs verbunden sind. Ein Umstieg auf regenerative Energien (z.B. E-Antrieb) in Verbindung mit der Nutzung von Ökostrom hat dementsprechend einen sehr großen Effekt. Und wie die Erfahrung zeigt, sind die damit verbundenen Mehrkosten oft nur marginal, wenn überhaupt. Beim Wohnen ist der Heizenergieträger der Hauptstellhebel.

Dann stellte Winkler die die von der 360grad mensch gGmbH entwickelte App vor, die bald online gehen wird und jedem zur Verfügung steht, um die persönliche CO2 Bilanz ermitteln zu können. Einflüsse wie: Welche Verkehrsmittel nutze ich – wie heize ich und welche Art von Strom habe ich – wie oft kaufe ich mir neue Kleidung oder neue elektronische Geräte – was esse ich täglich …  können hier mit der App sehr einfach ermittelt und ggf. das eigene Verhalten angepasst werden. Alles sehr anschaulich und überzeugend dargestellt.

Winkler stellte auch dar, dass eine Änderung des Verhaltens keinesfalls zu einer verminderten Lebensqualität führen muss, wie häufig befürchtet wird. Wir tragen schließlich die Verantwortung, dass auch unsere Kinder und Enkel in den Genuss einer intakten Erde kommen. Aber – das Leben soll natürlich trotzdem Spaß machen. Dann haben wir alle auch in Zukunft noch viel Freude!

Klimaschutz – gewusst wie!

Herzlichen Dank für die Bilder an Ina Seeberger