Pressebericht

E-Autos Show in Chieming – mehr als nur Fahren mit Strom

Die ADAC Ortsgruppe Chieming veranstaltete zusammen mit dem Energie-Stammtisch am vergangenen Donnerstag Abend auf dem Parkplatz des Chiemseer Wirtshauses eine Vorstellung von E-Autos. 10 Stammtisch Teilnehmer stellten ihre Fahrzeuge vor und diskutierten offen über ihre Erfahrungen. Zu sehen waren Autos vom Kleinstwagen bis zur Oberklasse.

Georg Beyschlag fährt schon seit 12 Jahren E-Autos. Sein aktuelles Fahrzeug ist ein Hyundai IONIC Baujahr 2017, hat ca. 140.000 km auf dem Tacho und verbraucht nur ca. 10 kW/100km. Eine kürzlich durchgeführte Batterieprüfung zeigte, dass die Batterie nach ca. 8 Jahren noch 93% Speicherkapazität hat. Er ist sehr begeisterter E- Autos Fahrer und war damit sogar schon bis nach Schweden in Urlaub.

Toni Kirchmaier ist im Außendienst tätig und fährt mit seinem elektrischen Dienstwagen VW ID.4 GTX  Sommer wie Winter ca. 300-1000km/Woche. Die reale Reichweite seines ID.4 beträgt ca. 300-400km. Nach ca. 250 km legt er meist eine ca. 25-minütige Kaffeepause mit Ladestopp ein und ist nach seinem vorherigen Diesel Dienstwagen total begeistert. Der Allrad begeistert ihn, die tolle Beschleunigung und natürlich auch sein geringer zu versteuernde Eigenanteil (0,25% statt 1%).

Christian Witsch berichtete von einem geplanten Spaziergang im Harter Wald. Auf dem Weg dorthin zeigte sein E-Fahrzeug ein VW ID.5 an, dass ein Software Update notwendig wäre. Das trifft sich gut, dachte Christian, und startete das Update vor seinem Spaziergang. Doch die bekanntlich schlechte Netzabdeckung in Hart zwang ihn zu einem 3-stündigen Spaziergang – also wesentlich länger als geplant, denn das Auto steht während des Update Vorgangs nicht zur Verfügung. Zugegebenermaßen wäre das bei einem modernen Diesel- oder Benzin- Fahrzeug auch der Fall.

Markus Thum zeigte seinen Kleinstwagen VW UP für den Nahbereich, der Im Verbrauch extrem günstig ist, eine Reichweite von ca. 200km hat und aktuell am Markt gebraucht für ca. 9.000.-€ erhältlich ist. Das ideale Fahrzeug für kleinere Entfernungen. Bei Thums fahren alle Familienmitglieder seit Jahren E-Autos.

Übereinstimmend kam man zu der Erkenntnis, dass die E- Fahrzeuge im Verbrauch und in den Servicekosten wesentlich günstiger sind als jeder Benziner oder Diesel. In Verbindung mit einer Photovoltaik natürlich unschlagbar. Und die Lärmreduzierung ohne Motorgeräusche ist enorm. E-Autos haben zudem spezielle Reifen mit zusätzlicher Geräuschreduzierung, innen und außen eine extrem angenehme Sache.

In unseren Nachbarländern wie FR oder NL ist man schon einen deutlichen Schritt weiter (größere Feldversuche). Hier wird der große Batteriespeicher der E-Autos zum Beispiel auch  für die Stromversorgung des Hauses benutzt. Man lädt das E-Auto bei günstigen Stromtarifen und entlädt das Auto, wenn der Strom teuer ist (Bidirektionales Laden V2G, V2H). Denn in der Regel sind die Standzeiten der Autos wesentlich größer als die Fahrzeiten. Leider ist das in DE aktuell gesetzlich noch nicht erlaubt, die Norm dafür wäre schon da. Diese dezentrale Stromspeicherung hätte für unsere gerade hier in Bayern schlechte Netzinfrastruktur enorme Vorteile, so Karl-Fritz Roll.

Aber einen Vorgriff auf diese neuen Möglichkeiten der E-Autos (V2L), ein kleiner Teil der neuen E-Autos ermöglicht dies mittlerweile, demonstrierte Hanni Seidel mit Ihrem SMART #1 Pulse. Ein kleiner Adapter in die Ladesteckdose mit einer Schuko-Steckdose gesteckt, und man kann alle möglichen Hausgeräte mit Schuko Stecker (bis ca. 3 KW) anschließen oder E-Bikes unterwegs laden. Und so lud Hanni die Gäste auf dem Parkplatz zu einer Kaffeerunde ein gespeist vom SMART E-Auto (siehe Foto).

Das E-Auto als Stromspeicher für das mobile Büro unterwegs – eine neue Dimension. Rainer Esers Renault R5e kann das auch alles und mehr.

Einige Teilnehmer haben die Gelegenheit genutzt, mit einem neuen E-Mittelklassewagen SKODA Elroq auch eine Probefahrt zu machen.

Zusammengefasst haben die 10 „Aussteller“ offen und sehr positiv über ihre Erfahrungen mit E-Autos berichtet mit wenigen Kritikpunkten. Sie waren vom gebotenen Komfort ihrer Fahrzeuge sehr begeistert, der geringen Fahrgeräusche, jedes Auto hat quasi eine Standheizung, kostet in der Unterhaltung wesentlich weniger und man leistet einen enormen positiven Beitrag für unsere Umwelt und das Klima. Davon konnte man sich auch an einem AUDI e-tron von Doris Wagnerberger, dem BMW iX von Karl-Fritz Roll oder dem Toyota BZ4X von Marc Häupler überzeugen. Marc hat vor ca. 1 Jahr sein E-Auto als Vorführwagen für etwas mehr als 30.000.-€ gekauft und ist auch vom Raumangebot für seine Familie mit 3 Kindern und Hund sehr begeistert.

Die Ladeinfrastruktur ist mittlerweile in einer mehr als ausreichenden Menge vorhanden, sodass auch Urlaubsreisen oder die Fahrten für Geschäftsleute kein Hindernis mehr darstellen. Die durchschnittliche Reichweite der heutigen E-Autos beträgt ca. 350km. Nach 250-300 km eine ca. 25minütige Lade-/Kaffeepause zu machen dient auch der Sicherheit und sollte kein Problem sein. Die meisten nutzen jedoch günstigere Stromtarife zuhause.

Gerade in einem naturverbundenen und lärmbelasteten Ort wie Chieming war diese einmalige Informationschance eine große Bereicherung, jeder Interessierte konnte einfach vorbeikommen und sich unkompliziert informieren.

Text und Bilder:   Karl-Fritz Roll


Beitrag war publiziert im Chieminger Gemeindeblatt sowie in der PNP / Traunreuter Anzeiger